Regie: Lucia Bihler Premiere: 24.September 2026 am Schauspielhaus Düsseldorf
"Ich bin dir zuvorgekommen, weil ich die Stärkere bin. Weil ich mehr Mut habe als du und mehr Feuer im Leib. Unter diesem Dach habe ich dem Tod in die Augen gesehen und bin ausgezogen, um mir zu holen, was mir gehört."

Bernarda Alba, die tyrannische Matriarchin eines Haushalts voller Frauen, verhängt nach dem Tod ihres zweiten Mannes eine achtjährige Trauerzeit mit Ausgangssperre über ihre erwachsenen Töchter. Sie kontrolliert jeden Kontakt zur Außenwelt, sanktioniert die kleinste Abweichung mit roher Gewalt und erlaubt dennoch der ältesten Tochter eine Verlobung – eine unzumutbare Ausnahme, die die Spannungen im Haus noch zuspitzt.
Mit Tragödie von den Frauen in den Dörfern Spaniens untertitelt Federico García Lorca das Stück und stellt uns damit vor die Aufgabe, diese Geschichte nicht als spezifisch, sondern als repräsentativ zu verstehen. Die Komplexität der widersprüchlichen gesellschaftlichen Strukturen ist im Schicksal der einzelnen Figur gebündelt. Im Angesicht des Faschismus greift der Autor einem modernen Diskurs vor und offenbart das Private als politisch. Zugleich fordert er, „die folgenden drei Akte als fotografisch genaue Dokumentation zu verstehen“, und macht deutlich, dass hier nicht die Geschichte einer außergewöhnlich sadistischen Mutterfigur erzählt wird, sondern ein Abbild der Realität entsteht. So verschiebt sich auch unsere Perspektive auf die Handlung: Können wir ein solches Verhalten nicht als Ausnahme, sondern als Ausdruck zeitgeschichtlicher Verhältnisse lesen? Und was bedeutet es, eine Figur wie Bernarda aus heutigen moralischen Maßstäben heraus verstehen zu wollen?
Die Regisseurin Lucia Bihler, deren Inszenierungen präzise Choreografien und vielschichtige visuelle Kompositionen auszeichnen, legt den Fokus ihrer inhaltlichen Arbeit auf das Sezieren von Machtverhältnissen. Dabei verzichtet sie auf die Auflösung von Widersprüchen und ermöglicht dem Publikum, die Figuren im Spannungsfeld zwischen Unterwerfung und Selbstbehauptung zu sehen.
Besetzung
Bernarda Alba Friederike Wagner Maria Josefa Esther Hausmann Angustias Kotti Yun Magdalena Anne Rietmeijer Amelia Alisa Lien Hrudnik Martirio Amanda Babaei Vieira Adela Paulina Alpen La Poncia Claudia Hübbecker Pepe Maurice Schnieper Hexe Alexandra Peschke
Regie Lucia Bihler Bühne Pia Maria Mackert Kostüm Victoria Behr Komposition und Sounddesign Fabian Kalker Mitarbeit Komposition und Sounddesign Jacob Suske Choreografie Björn Leese Licht Christian Schmidt Dramaturgie Natalja Starosta
Presse
"Lucia Bihler wuchtet Alice Birchs Lorca-Adaption am Düsseldorfer Schauspielhaus als streng choreografierten Aufstand gegen ein repressives System effektfreudig auf die Bühne: Mit famosem Ensemble, spektakulärer Bühne und überbordenden Kostümen." - Nachtkritik
"Bihler gelingt eine geniale Gratwanderung zwischen Allgemeingültigkeit und Individualität. Ihre Inszenierung ist immer beides: Protokoll persönlicher Schicksale und feministische Kampfschrift, eingebettet in einen surrealistischen Fiebertraum, aus dem es kein Aufwachen zu geben scheint." - Rheinische Post
"Lucia Bihler inszeniert im Düsseldorfer Schauspielhaus großes Kino. Grandios agiert das Düsseldorfer Ensemble. Ein starker Beitrag zu Start der neuen Intendanz von Andreas Karlaganis." - Theater der Zeit
"Packendes Psychodrama in grellen Tönen, reich an elektrisierenden Effekten und Spannung." - Westdeutsche Zeitung
"Langer langer und verdienter Jubel für das Ensemble." - Neue Düsseldorfer Online Zeitung











